08.22.06
Was ist so schwer daran?
Wenn ich mir die Comics auf Ruthe.de anschaue, merke ich, dass sich der Autor mit dem christlichen Glauben auseinander setzt. Das ist schon ein bisschen merkwürdig. Dabei kritisiert er auch die Gesellschaft. Ein Beispiel wäre dieser Comic.
Viele Menschen erwarten von dem christlichen Glauben, dass es mit einer großem Ereigniss stattfindet. Stimmt aber nicht. Gott will zu jedem Menschen eine eigene Beziehung haben. Und wie mit Menschen baut sich so eine Beziehung langsam auf. Es passiert nicht einfach über Nacht. Man kann einfach zu Gott sagen, dass man gerne eine Beziehung mit ihm haben möchte. Warum sonst ist Gott Mensch geworden? Er wollte uns von unseren Sünden befreien und uns auch zeigen, dass er uns nah sein möchte. Somit dürften wir eigentlich kein Problem mehr damit haben. Er ist nicht mehr der Unbekannte. Er hat einen Namen. Jesus. Und das beste kommt noch. Es ist egal zu wem wir sprechen. Jesus, Gott und der Heilige Geist sind eine Person. Es ist zwar sehr schwer das zu erklären, aber es hilft, wenn man es erstmal so hinnimmt.
Nemmt euch einfach Zeit und fangt an mit Gott zu sprechen. Wenn ihr Fragen, Sorgen oder Ängste habt. Tragt sie einfach vor Gott. Ich kann aus eigener Erfahrung nur sagen, dass er mir immer geholfen. Mit der Zeit lernt man auch auf Gott zu vertrauen und Christ zu werden fällt dann sehr leicht.
J.C.S. sagte,
Mo 28. Aug 06 um 15:41
Dieses von dir angesprochene “einfach so hinnehmen” gefällt mir gar nicht. wenn man einfach alles so hinnimmt wo kommen wir den dann hin? dritte reich, oder was?
der Leibhaftige sagte,
Mo 28. Aug 06 um 15:48
wie kann man nur an sachen wir den heiligen geist glauben? ich persönlich glaube ja an hui buh das schlossgespenst, denke aber nicht dass hui buh eine person ist sondern ein succubus mit drei köpfen. dazu möchte ich erwähnen, dass ich gott letzte woche persönlich getroffen hab. achso ab zum 1. januar 2007 wird das Christentum umbennant, hat gott mir erzählt. es wird dann als göttliche, demokratische, himmlische Vollkommenheit bezeichnet!
der Leibhaftige sagte,
Mo 28. Aug 06 um 15:49
v
Aiko sagte,
Mo 28. Aug 06 um 16:57
“Gott will zu jedem Menschen eine eigene Beziehung haben.”
Bis jetzt hat er mich nicht mal zum Essen eingeladen. Seine Annäherungsversuche sind wohl recht zaghaft. Soll ich ihm sagen, dass ich nichts für ihn empfinde und ihm so die Mühe ersparen?
“Und wie mit Menschen baut sich so eine Beziehung langsam auf. Es passiert nicht einfach über Nacht. ”
Da hab ich aber schon ganz andere Sachen gehört. In einer Nacht kann ne Menge passieren.
“Warum sonst ist Gott Mensch geworden?”
Ist er? Für nen Gott gibt es viele Gründe, sich zu verfleischlichen. Die Griechischen trieben es gerne mit Ziegen und allerlei Getier. Muss man also als Möglichkeit anerkennen, es sei denn, Gott kommt und sagt, warum er es wirklich gemacht hat. Vor Zeugen und nicht in einem Märchenbuch.
“Es ist zwar sehr schwer das zu erklären, aber es hilft, wenn man es erstmal so hinnimmt.”
-> Es ist nicht zu erklären, weil es unmöglich ist. Wenn ich es einfach so hinnehme, kann ich auch gleich den letzten Rest meines Verstandes aus dem Fenster werfen.
Wenn wir einfach so hingenommen hätten, dass sich die Sonne um die Erde dreht…
“Ich kann aus eigener Erfahrung nur sagen, dass er mir immer geholfen.”
-> Du hast dir selbst geholfen, Junge. Über seine Probleme und sorgen nachzudenken hilft, sie loszuwerden. So eine einfache Erklärung, aber der Christenmensch muss es immer komplizierter machen.
Das Wort zum Montag:
Ein blog sollte kein Testlabor für Hobbyprediger sein, sondern sich mehr mit der Realität auseinandersetzen.
Wolle sagte,
Mo 28. Aug 06 um 19:11
Eindeutige Zustimmung zu Aiko, was meinen persönlichen Standpunkt angeht, allerdings würde ich weder Juris noch Aikos Auffassung als richtig oder falsch ansehen.
Ich würde das mal so verdeutlichen, dass Aikos Auffassung zu einem gewissen Grad die “aufgeklärte” Version dessen darstellt, was Juri hier als die “Beziehung zu Gott” bezeichnet. Ich setze einfach mal meine Überzeugung vorraus, in welcher ich Gott als eine Art projeziertes Wunschbild der eigenen Persönlichkeit, des eigenen Bewusstseins, was auch immer ansehe. In welcher Form und ob jemand überhaupt eine solche “Projektion” benötigt, um mit seinen Sorgen klar zu kommen, sei mal dahingestellt, aber es mag für viele Leute in der Tat einfacher sein, mit “sich selbst” über den Umweg eines allmächtigen Gottes zu kommunizieren, der alles weiß, alles kann und alles vergibt, etc, etc, als dies quasi direkt zu tun, da man so gewisse Unzulänglichkeiten des Menschseins einfach beiseite schieben kann, kommuniziert man doch mit einem unfehlbaren Wesen. Im Klartext mal ausgedrückt: Warum sich selbst fragen, wie die Welt und überhaupt alles funktioniert, warum sich selbst nach seinen Problemen fragen, wenn es da jemanden gibt, der das alles viel fehlerfreier beantworten kann. Ob dann die Antworten, die man sich ja trotzdem de facto (da Gott=Projektion) selbst gibt, richtig sind, ist in dem Falle zu vernachlässigen, man scheint so jedenfalls ein ganzes Stück mehr Gewissheit und Sicherheit zu erlangen, als wenn man sich als fehlbare Person direkt selbst fragt.
Der Grundgedanke von Religionen, zumindest des Christentums, war es nach meiner Auffassung ursprünglich, den Menschen, den es ja in der Menschheitsgeschichte durchweg mehrheitlich eher bescheiden ging, ein Stückchen Hoffnung zu geben, egal ob die Väter dieser Religion selbst an einen Gott geglaubt haben oder nicht, macht ja keinen Unterschied, Problem bei sowas ist immer, die Ausnutzbarkeit durch Personen, die das große Manipulationspotential in dieser Idee entdecken und, quod erat demonstrandum, erstmal über 1000 Jahre lang massivst ausgenutzt haben.
Lange Rede, kurzer (Un-)Sinn, wer unbedingt in einer Gottheit Sicherheit und Trost sehen zu müssen, soll dies doch tun, wenns ihm dadurch besser geht, die Vorstellung mag für einige durchaus verlockend sein, ich brauchs nicht, ich komm auch ohne eine verklärte allmächtige Vaterfigur einigermaßen mit meinem Leben klar,
KOW's Blog sagte,
Mo 28. Aug 06 um 19:17
Christen - Gefangene Ihres Glaubens
Intollerant sind wir Christen, ja, glauben doch tatsächlich, dass wir Recht hätten. Dabei weiß doch jeder, dass die moderne Wissenschaft längst gezeigt hat, dass es Gott garnicht gibt. Außerdem haben wir doch ein mittelalterliches Weltbild, wenn w…
1u21 sagte,
Mo 28. Aug 06 um 19:19
Ich würde an eurer Welt bild glauben. Nur unter einer Bedinung. Widerlegt mir alles, was meinen Glauben ausmacht!
Wolle sagte,
Mo 28. Aug 06 um 19:29
“Ich würde an eurer Welt bild glauben. Nur unter einer Bedinung. Widerlegt mir alles, was meinen Glauben ausmacht!”
Schwachsinn, du kannst glauben woran du willst oder auch an garnichts glauben, was für mich persönlich die beste Alternative wäre, denn Glauben bedeutet für mich in erster Linie Abhängigkeit und Einschränkung…
Aiko sagte,
Mo 28. Aug 06 um 19:53
“Widerlegt mir alles, was meinen Glauben ausmacht!”
Juri… widerleg meinen glauben, dass das Universum von einem gigantischen Zirkus voller rosaroter Elefanten umschlossen wird.
Das ist unmöglich, weil wir nicht wissen können, was außerhalb des Universums liegt.
Folglich wäre meine These unwiderlegbar also richtig! In was für einem bizarren Universum wir doch leben!
FALSCH!
Um solchen Unsinn zu vermeiden gibt es in der Wissenschaft das Prinzip der Falsifizierbarkeit (das ist ein Link, hoffentlich geht hier html).
Es ist nicht zulässig eine Hypothese aufzustellen, die sich nicht widerlegen lässt. Wie zB. die Sache mit Gott und den Rosa Elefanten. Da man nämlich in der Physik (in der verdammten realen Welt!) nichts beweisen kann; man kann nur versuchen, es zu widerlegen.
Schwerkraft ist nicht bewiesen, Evolution ist nicht bewiesen, man konnte sie bis jetzt nur nicht widerlegen.
Gott ist nicht bewiesen und nicht widerlegt. Gleiches gilt für des Metakosmischen Zirkus.
Welcher Grund spricht nun dafür an Gott zu glauben, statt an die rosanen Rüsseltiere?
“Viele Menschen glauben an eine Art von Gott! Alles im Prinzip eine Vorstufe zu unserem Christlichen”
-> Wenn vier milliarden Menschen von einer Brücke springen, tust du es auch? Wenn alle sagen, dass die Erde eine Scheibe ist, warum sollte sie Sphärisch sein? Lies Wolfgangs Beitrag zur “Projektion”.. das ist Anthropologie für Einsteiger.
Es gibt verschiedenste Religionen und viele kommen ohne Götter (klassischer Buddhismus) aus oder haben ne ganze Menge (Hinduismus). Warum hast du Recht und sie nicht? Widerleg ihre Argumente! Alles nicht falsifizierbar…
Dann gibt es da natürlich noch den zusammenhang zwischen Erziehung und Religion. Warum werden nicht die meisten Inder vom christlichen Gott erleuchtet, wo er doch die absolute Wahrheit, die Allmacht und sowieso alles besitzt? Alle ab in die Hölle, weil sie im falschen Land gebohren wurden?
Religion ist antrainiert, früh wird man abgerichtet. Ausgabe des aufgeklärten Menschen ist es, sich durch ihren Verstand aus diesen Fesseln zu befreien.
Dann gibts da noch die Aspekte von Hoffnung und falscher Schlussforgerung. Darauf gehe ich in diesem Beitrag noch nicht weiter ein.
Ach so, Schlusswort. Glaube ich an Gott? Nein. Glaube ich daran, dass es keinen Gott gibt? Nein. Aber nichts deutet auf seine Existenz hin. Falls ich ihn nach meinem Tod treffen sollte, werde ich einfach nur lachen und nichts bereuhen.
1u21 sagte,
Mo 28. Aug 06 um 20:59
@Aiko:
Glückwunsch, dass du hier alles vermischst. Du stellst erstmal den Gott hin, an den ich glaube. Zum anderen nimmst du dann Götter der Griechen und stellst beide auf eine Stufe. Das ist dein erster Fehler. Nimm etwas Ton, forme daraus eine Gestalt und nenn sie Gott. Das haben die Griechen gemacht. Was haben die Juden und Christen gemein? Gott hat den Menschen erschaffen und da der Mensch einfach zu gierig ist, musste Gott etwas unternehmen. Er hat ihn alles weggenommen und stellte ihn auf sich selbst. Gott hat immer noch gerne eine Beziehung zu den Menschen. Auch schon damals. Nur um sein Werk perfekt zu machen, musste er diesen Weg gehen und hat seinen Sohn geopfert.
Und das er dich nicht zum Essen eingeladen hat, stimmt nich. Du bist einfach taub und willst/kannst Gott nicht hören. Und das hören geschiet hier nicht auf der Ebene des Hörens per Ohr. Alle Sinne sind dabei beteiligt. Das ist dein zweiter Fehler. Du willst es einfach nicht hören, da du wahrscheinlich Angst davor hast. Ich kann von mir behaupten, dass Gott zu mir gesprochen hat. Und zwar nicht auf die Art und Weise, wie ich mit anderen Menschen spreche. Zuhören ist verdammt schwer und ich höre auch nicht alles.
Dein dritter Fehler bezieht sich auf die Christen und “Heilige”. Du wirfst beide in einen Topf und holst dir das, was du gerade brauchst raus. Schonmal daran gedacht, dass Christen heilig sind. Sie gehören nicht mehr in dem Masse zu Erde, wie normale Menschen. Wir glauben an Gottes Wort und nehmen ihn ernst.
Die “Heiligen” sind die ganzen Menschen, die in der röm. kath. Kirche im Vatikan arbeiten. Sie haben Gottes Wort nicht verstanden, wie du und ich. Aber ich will es verstehen und bemühe mich auch darum und das Beste kommt noch. Jedes Mal, wenn ich in der Bibel lese, verstehe ich Gott immer besser, kann ihm besser zuhören und ich spreche auch mit ihm.
Trenn besser die Spreu von dem Weizen und du wirst die Wahrheit finden.
@Wolle:
Du machst genau das, was die “Heiligen” gemacht haben. Ihr Gott ist ein Bedarfsgott. Ich brauche einen Gott, der stark ist, der mich versorgt und der meine Feinde vernichtet. Schwupp, da isser. Das sind alles Wünsche, denen man gerne Ausdruck verleihen will.
Mein Gott lässt sich nicht beschreiben. Wenn ich anfange irdische Worte zu wählen um meinen Gott zu beschreiben, werde ich 2 Probleme haben. Zum einen gibt es nicht genügend Worte, zum anderen gibt es nicht genügend Aspekte eines Charakters. Ich kann also keine Aussage formulieren und lasse es eben sein. Die Bibel beschreibt Gott. Aber nicht in einzelnen, sondern in Geschichten, die noch mehr sagen als alle Aufzählungen von Attributen.
Ich kann dir nichts falsifizieren. Darum bitte ich dich darum meine Erfahrungen mit Gott zu widerlegen.
- Gott schützt mich in jeder Situation und bewahrt mich vor schlimmeren Sachen
- Gott leitet meinen Weg und hilft mir in schwierigen Situationen(keine Klausuren, weil das im persönlichen Bereich liegt)
- Gott zeigt mir seinen Plan für mich und zeigt ihn mir teilweise
Aiko sagte,
Mo 28. Aug 06 um 21:37
“Schonmal daran gedacht, dass Christen heilig sind. Sie gehören nicht mehr in dem Masse zu Erde, wie normale Menschen.”
->Schwester, schreiben Sie: 20:59 - Hirntod des Patienten eindeutig diagnostiziert.
Ich bin schwer versucht, dich aufzugeben, Juri…
“Darum bitte ich dich darum meine Erfahrungen mit Gott zu widerlegen.
- Gott schützt mich in jeder Situation und bewahrt mich vor schlimmeren Sachen”
-> Sie wären dir sowieso nicht passiert. Warum Gott, wenn es eine einfachere Lösung gibt.
Und würde es deinen Glauben wirklich erschüttern, wenn du einen schweren Unfall hättest?
Das Argument ist nicht immun gegen Theodizee.
“- Gott leitet meinen Weg und hilft mir in schwierigen Situationen(keine Klausuren, weil das im persönlichen Bereich liegt)”
-> Du denkst über deine Probleme nach und löst sie. Pure and simple.
“- Gott zeigt mir seinen Plan für mich und zeigt ihn mir teilweise”
-> Nachdenken ist keine Zauberei. Manchmal schafft du es auch!!
Aiko sagte,
Mo 28. Aug 06 um 21:38
Also gemeint ist mit dem letzten, dass die Pläne von dir selbst kommen, bevor du mich falsch verstehst.
Glaubt doch, was ihr wollt… « Blog sagte,
Mo 28. Aug 06 um 22:00
[...] …soll mir ja egal sein, aber gewisse Dinge reizen mich dann doch generell mal zu einer Reaktion… http://1u21.wordpress.com/2006/08/22/was-ist-so-schwer-daran/#comments zum Beispiel, ich werd dazu hier allerdings nicht mehr sagen, meine Meinung hab ich da als “Wolle” kundgegeben… [...]
gedankenablage » Blog Archive » blogs sagte,
Di 29. Aug 06 um 19:17
[...] “Viele Menschen erwarten von dem christlichen Glauben (…) Stimmt aber nicht. Gott will (…) Es passiert nicht einfach über Nacht. (…) Es ist zwar sehr schwer das zu erklären, aber es hilft, wenn man es erstmal so hinnimmt.” Schreibts und kriegt Antworten. [...]
Anke sagte,
Sa 9. Sep 06 um 22:21
jetzt muss ich doch auch mal meinen Senf dazu geben!
@Aiko kann ich nur sagen: Probier dich doch mal darauf einzulassen, dann erlebst du, warum wir so denken und warum wir fest überzeugt sind, dass der Glaube an jesus Christus der richtige ist.
Außerdem, wenn es so viele religiöse Möglichkeiten auf dieser Erde gibt, warum probierst du dann nciht die beste einfach mal aus? Das Christentum ist nämlich die einzig mir bekannte Religion, inder man sich das Himmelreich nicht erarbeiten muss. Das macht es einem doch einfacher oder?
Aber jetzt zu der Grundfrage dieses Blogs (die Karrikatur):
Ich find das schon irgendwie ein bisschen seltsam, obwohl ich mich selbst dabei ertappt habe, darüber zu lachen. Einerseits ist dies echt Gotteslästerung, weil die Wunder Jesu als Falsch dargestellt werden. Andererseits kann ich als Christ drüber lachen, weil cih ja eh weiß, dass es nicht stimmt. So ein bisschen unwohl isat mir aber dabei auch, das einfach so zu tollerieren. Weiß denn jemand zufällig, ob der Autor dieser Bilder Christ ist bzw ob diese Bilder eher in christlichen Bereichen bekant sind?