12.07.06
Adventstürchen #7
Psalm 119, 47
„Ich befolge deine Gebote mit Freude, denn ich liebe sie.“
Ich hatte erst meine Probleme damit zu verstehen, wie man die Gebote lieben kann. Für mich ist es eher so, dass ich mich an die Gebote halte weil ich Gott liebe. Zwar denke ich auch so, dass die Gebote die Gott uns gibt sinnvoll sind, aber lieben tue ich jetzt nicht gleich. Als ich das Christina erzählte meinte sie, dass es aber auch so sein kann, dass man die Gebote liebt, weil man erkennt, dass sie das beste für einen sind. Ich denke, dass ist ein Punkt über den sich jeder selber Gedanken machen sollte.
Wir haben aber nicht nur über diesen Vers geredet, sondern über den ganzen Abschnitt 6:
„VI
41 Herr, zeige mir immer wieder, wie sehr du mich liebst, und hilf mir, wie du es versprochen hast! 42 Dann kann ich denen die passende Antwort geben, die mich jetzt noch verachten. Ich vertraue darauf, daß du Wort hältst. 43 Auf dein Wort habe ich meine Hoffnung gesetzt. Laß mich darum nicht schweigen, wenn ich deine Treue rühmen soll! 44 Niemals will ich aufhören, dein Gesetz zu befolgen. 45 Du gewährst mir großen Freiraum für mein Leben, weil ich deine Ordnungen beständig erforsche. 46 Sogar vor Königen will ich ohne Scheu bezeugen, daß dein Wort unumstößlich gilt. 47 Ich befolge deine Gebote mit Freude, denn ich liebe sie.48 Ich sehne mich nach deinem Wort, denn es ist mir wertvoll; über alles, was du angeordnet hast, denke ich gründlich nach. „
Nach Vers 47 haben wir über Vers 45 geredet. Ich hab den Wunsch und auch die Hoffnung, dass das viele von Vorurteilen geplagte Nicht-Christen verstehen. Das wir durch Gottes Regeln nicht eingeschränkt sind, sondern unser Leben viel erfüllter ist. Ich kenne sehr viele Menschen, die denken, dass Christ sein bedeutet sich an alle möglichen Regeln zu halten und das alles verboten ist was Spaß macht.
Natürlich gibt es Regeln als Christ, genauso wie es in einem Fußball Verein oder in jeder anderen Gemeinschaft Regeln gibt, weil sonst ein gutes Zusammen leben nicht möglich ist. Außerdem sehen wir Christen die Gebote Gottes nicht als belastend, sondern wir sehen ihre Notwendigkeit für eine gute Welt.
Danach haben wir uns mit Vers 46 beschäftigt. Es wird beschrieben, dass der Psalm-Verfasser kein Problem hat auch von den weltlichen Herrschern seinen Glauben zu bekunden und diese zurecht zu weisen, wenn sie gegen Gottes Gebote verstoßen. Christina und mir ist es aufgefallen, dass wir selber das recht wenig machen, z.B. in dem wir andere zurecht weisen, wenn sie hinter dem Rücken anderer reden. Und selbst, wenn wir das machen die Leute einfach aufpassen nicht mehr in unserer Nähe zu lästern. Deshalb war unsere Frage eigentlich, wie man das genau machen soll. Wie kann man die Menschen darauf hinweisen, dass ihr verhalten nicht gerade das beste ist? Damit das bei ihnen auch ankommt und sie nicht gleich abstößt…
Darauf bezieht sich auch Vers 43. Auch hier ist uns aufgefallen, dass wir z.B. in der Schule recht wenig, bzw. sehr zurückhaltend über Gott und unseren Glauben reden, weil wir Angst haben bei den anderen anzuecken, obwohl wir doch unsere Hoffnung auf Gott setzen und von ihm begeistert sind. Wir sind mehr oder weniger zu dem Fazit gekommen, dass es gar nicht geht ohne anzuecken, obwohl in Vers 42 + 43 steht, dass wir die passende Antwort geben, wenn wir darauf vertrauen, dass Gott uns hilft und wenn wir das für Gott tun und nicht für uns. Aber genau da ist das Problem, wir sind immer in irgendeiner Weise egoistisch und stellen unser eigenes Wohl häufig auch vor Gott. Da brauchen wir uns gar nicht wundern, wenn es nicht klappt.
Desweiteren haben wir natürlich auch über Vers 48 gesprochen. Wir haben lange diskutiert was hier mit dem Wort gemeint ist: Sind es jetzt die Gesetze oder ist es was anderes? Meiner Meinung nach ist es das was Gott mit uns vorhat und das „denke ich gründlich darüber nach“ bezieht sich auf das wie. Also wie kann ich das tun was Gott von mir will und wie kann ich das umsetzen was Gott mit mir vorhat.