09.07.07
Bundeswehr #9+10
Diese Woche bestand nur aus 3 Blöcken. Dementsprechend wird auch abgekürzt.
1.-3. Tag:
Nur EAKK-Unterricht. Nix anderes die ganzen Tage durch.
4. Tag:
Wieder Stuben und Revier reinigen. Und welch Wunder, wir hatten 3 Stunden Pause, wo wir die Kampftragetasche packen konnten. Dies habe ich auch gemacht. Danach erneut joggen und weiter Pause bis zum Dienstschluss.
5. Tag:
Abfahrt. Heute ging es um 13 Uhr ab nach Hammelburg. Vorher, wie immer, Stuben- und Revierreinigen. Manchmal hab man nichts zu tun und muss putzen. So langsam gewöhnt man sich dran. Auf jeden Fall konnten wir um 12 das Gepäck einladen und los ging es nach Hammelburg. 180km und 3 Stunden später waren wir da. Leider durften wir im Bus nicht schlafen und nicht laut sein. Somit war es recht langweilig im Bus und man suchte Beschäftigung. Tetris auf dem Handy kann einen lange beschäftigen und endlich waren wir da.
Es ging sofort daran die Container zu beziehen. Mit 9 Mann auf einem Container war mal was anderes. Insbesondere, da wir nur 6 Spinde hatten.
Nach dem Beziehen hatten wir einen Rundgang durch das Lager Felschental, wo wir waren. Recht großes Lager, was ohne weiteres von 80 Mann betrieben werden kann.
6. Tag:
Praktischer Unterricht in Sachen Minen. Wie bewege ich mich einem Minenfeld richtig, wie finde ich Minen, was mache ich bei Minenfund und was mache ich bei einem Minenunfall. War im Großen und Ganzen recht spaßig und keiner war unmotiviert. Und dieser Unterricht hat mir gezeigt, wie gefährlich Minen sind und das man sie keinesfalls ohne weiteres auf dem Boden sehen kann, wenn man nur genau hinschaut.
7. Tag
An diese Tag verlegten wir unseren Standort innerhalb der Kaserne in Hammelburg in das Übungsdorf Bonnland. Ursprünglich als Übungsdorf vor dem II. Weltkrieg gedacht, wurde es danach bewohnt nur um es danach wieder als Übungsdorf zu nutzen. Dort hatten wir 8 verschiedene Szenarien, wie sie im Einsatzland der 7./932 vorkommen könnten. Verschiedene zivile Gruppen, die sich gegenseitig feindlich gesonnen sind, verletzte zivile Personen, Minenunfälle, Hinterhalte und anderes. So ziemlich alles hat Spaß gemacht und war auch somit eine sehr gute Ausbildung, da man so viel lernen konnte. Und als Abschlussbonbon hat meine Gruppe einen Trainingseinsatz des SEK(SonderEinsatzKommando der Polizei) sehen können. Uns wurde nur gesagt, dass eine kleine Irritationsbombe gezündet werden sollte. Als es so weit war, gab es einen sehr großen Feuerball und einen Knall, der im ganzen Übungsdorf zu hören war. War richtig beeindruckend. Und wir hatten an dem Tag auch mal die Möglichkeit die Polizei zu kontrollieren. Und sie haben brav die Befehle durchgeführt.
Der Rückmarsch wurde auch angetreten und danach wieder Waffenreinigen. Dabei konnte man sehr schöne Wettereffekte erleben. Zum Beispiel eine Regenwand, die genau auf einen zukommt.
8. Tag
Großes Aufbrechen aus Hammelburg. Alle Container wurden sauber gemacht und man konnte in die Busse steigen. Nach der Ankunft gab es ein kleines Chaos, weil wir unsere Namensschilder immer noch nicht hatten. Aber der Taschen- und Rucksackberg wurde schnell aufgelöst und es hieß wieder Waffenreinigen. Mein G36 war noch nie so sauber, wie jetzt. Ich saß ca. 4 Stunden daran und jeder kleine Schmutzdreck war weg. Danach erneut Dienstschluss zu fast gewohnter Zeit.
9. Tag
Der große Tag steht kurz vor der Tür. Das Gelöbnis. Deswegen hieß es erneut Formaldienst. Marschieren in 4er Rotten und Auftritt in 8er Rotten. Sah alles nicht schlecht aus und wir hatten 1 Stunde länger Zeit um unsere Stuben zu reinigen. Dabei haben wir feststellen können, dass selbst 2m² sehr dreckig sein können. Nebenbei haben wir für die ganze SanStaffel die neuen Stuben eingerichtet. Und da nichts so beständig wie die Lageänderung ist, durften wir erneut zum Formaldienst antanzen. Jetzt hatten wir so gut wie jedes mögliche Szenario durchgespielt, dass eintreten kann.
10. Tag
Der große Tag. Zuerst wurden die Eltern und Bekannte durch die ganze Kaserne geführt. Vorgestellt wurden unsere Stuben und der jeweilige Block, die Hindernissbahn, die Kleidung und Ausrüstung des Soldaten und die Möglichkeiten der Simulation. Die Besucher hatten im AGSHP die Möglichkeit auch mal zu schießen und haben es merklich genossen. Nur haben die ganzen Rekruten weitaus besser bei der Übung abgeschnitten, als die Besucher. Liegt unter anderen daran, dass die Besucher nicht die Reihenfolge der auftretenden Schützen kennen und der Schnellschuss sitzt auch nicht so, wie bei den Rekruten.
Danach ging es los zum Gelöbnis. Zuerst mussten wir eine ganze Stunde warten, da wir keine Busse hatten. Irgendjemand hat es wohl verpennt. Aber in Hessen liegen die ganzen BW-Standorte recht nah bei aneinander, weshalb wir recht zugig Busse bekamen.
In Rottenburg an der Fulda angekommen, wurde direkt geprobt. Generalprobe saß und es konnte losgehen.
Einmarsch in den Schlosspark. Ich kann froh sein, dass unsere Kompanie recht spät einmarschiert ist. Deswegen mussten wir auch nur 90 Minuten stehen und uns nicht bewegen. Somit hatten wir auch nur 3 Ausfälle.
Nachdem wir Dienstschluss bekamen, konnte jeder wieder das ganze Blut aus den Händen und Füssen wieder in den Körper pumpen und wieder den Ausgangszustand herstellen. Müssten wir länger warten, wären wohl noch mehr umgekippt.
Und ab jetzt darf ich in Uniform nach Hause fahren.